dolunay

- eine Geschichte voll Leid und Kummer
 

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Wenn es das ist, was kommt

Wenn es das ist, was kommt,

lohnt es sich nicht zu lieben –

ist das Einzige,

was ich von meiner Mutter lernte.


Sie erzählte von Männern,

von Idioten, die sie nur verletzten, benutzten, dann wegschmissen.

Sie zeigte die Narben,

die Flecken schon,

als ich noch klein war und nichts davon verstand.

Wenn es das ist, was kommt,

lohnt es sich nicht zu lieben.


Meine Mutter log oft,

nur um mich zu beschützen.

Vor den Typen, den Machos,

die nur auf eins aus sind.

Sie zeigte die Narben,

die Flecken schon,

als ich noch klein war und nichts davon verstand.

Wenn es das ist, was kommt,

lohnt es sich nicht zu lieben.


Ich hörte das Türschloss,

die Sätze,

die Schreie.

Dann nichts.

Meine Mutter,

sie verschwand öfter mal im Bad

und ich hörte sie schluchzen, weinen, beten.

Sie zeigte die Narben,

die Flecken schon,

als ich noch klein war und nichts davon verstand.


Wenn es das ist, was kommt,

lohnt es sich nicht zu lieben –

ist das Einzige,

was ich von meiner Mutter lernte.


Sie schrieb Geschichten in ein Buch,

das sie mir später schenkte.

Die Bilder verfolgen mich noch tief in den Schlaf.

Wenn es das ist, was kommt,

lohnt es sich nicht zu lieben.


Sie erzählte von Papa,

vom Unfall,

vom Tod.

Er war der Einzige für sie.

Dann war er fort.

Sie entschuldigte sich,

sie müsse über sein Ableben hinwegkommen,

bräuchte Nähe und Liebe.

Und Berührungen.

Sie zeigte die Narben,

die Flecken schon,

als ich noch klein war und nichts davon verstand.

Sie sagte nicht viel mehr.

Sie habe nur Pech in der Liebe.


Meine Mutter,

sie ging öfter auf den Balkon, um zu rauchen,

und ich hörte sie schluchzen, weinen, beten.


Meine Mutter,

sie ging öfter auf den Balkon, um zu rauchen,

und ich hörte die Sätze,

die Schreie.

Dann nichts.


Sie sei zerbrochen

an allem.

Alles, was blieb, war das Buch.

Sie schenkte es mir.

Die Bilder verfolgen mich noch tief in den Schlaf.


Sie zeigte die Narben,

die Flecken schon,

als ich noch klein war und nichts davon verstand.

Sie hat die Narben,

die Flecken gezeigt.


Wenn es das ist, was kommt,

lohnt es sich nicht zu lieben.

1 Kommentar 12.10.14 17:51, kommentieren

Schleier vorm Gesicht - ein Gedicht von mir

Ich habe einen Schleier vorm Gesicht.

Als könnte ich jetzt noch sehen,

was hier vor sich geht,

kneife ich meine Augen zusammen.

Ich sehe nur noch Schatten und Licht.

Als könnte ich jetzt noch weggehen,

von dem, was ihr seht!

Als könnte ich jetzt noch stehen –

mein Kopf dreht sich zu schnell.

Mir wird schlecht wegen dem,

was ihr macht.

Ihr wurdet angestiftet? Von wem?

Das ist keine Frage der Macht!


Ich habe einen Schleier vorm Gesicht.

Als könntet ihr mich jetzt noch erkennen

als Mensch, als Person!

Als könntet ihr mich nicht beim Namen nennen.

Ich kneife die Augen zusammen

und sehe nur noch Schatten und Licht

und ratet mal,

im Licht steht ihr nicht.


Ich habe einen Schleier vorm Gesicht.

Und obwohl ich nichts sehe,

außer Schatten und Licht,

lass ich die Augen geschlossen,

denn wenn ich gehe,

werde ich gezwungen zu bleiben.


Ich habe einen Schleier vorm Gesicht.

Als könnte ich mich jetzt selbst noch als Wesen fühlen!

Als Mittel zum Zweck.

Als könnte ich jetzt noch sehen,

was ihr da treibt,

beiße ich mir auf die Lippen –

Es ist verboten zu schreien.

Als könnte ich noch immer wissen,

was euch antreibt!


Meine Hände sind festgebunden.

Als würde ich wissen,

wie ich sie einsetzten müsste,

um etwas zu unternehmen.

Als würdet ihr mich als handelnde Person wahrnehmen!

Als könnte ich jetzt noch sitzen –

mein Kopf dreht sich viel zu schnell,

um überhaupt denken zu können.

Mir wird schlecht wegen dem,

was ihr macht.

Ihr wurdet angestiftet? Von wem?

Das ist keine Frage der Macht!

Meine Hände sind festgebunden.

Als könnte ich fortgehen

von hier.

Als würdet ihr mich fortlassen

von hier.


Ich ziehe den Schleier noch tiefer in mein Gesicht.

Will ich denn überhaupt wissen,

was ihr macht?


Ich lasse die Augen zu

und sehe nur Schatten und Licht.

Ratet mal,

im Licht steht ihr nicht.

12.10.14 17:10, kommentieren